30.10.2004 - Damen I - Mauersberg
Geschrieben von: Marc Stoll   
Samstag, den 30. Oktober 2004 um 01:00 Uhr

Damen I starten mit zwei Siegen in die Sachsenklasse

Die ersten beiden Spiele der Saison sind für uns gelaufen. Und besser hätte es auch nicht werden können: Beide Spiele wurden je 3:2 gewonnen. Das besondere dabei: Die Gegner stellten die wohl schwersten Bewährungsproben für uns in der neuen Liga dar. Hatten doch in der letzten Saison Lok Leipzig Nordost (unser Gegner vom 11.9.) den zweiten Platz, die SG Mauersberg (dort waren wir am 30.10.) den dritten Platz belegt!
Leider konnte „Standardtrainer“ Marc Stoll das Team im September nicht mit nach Leipzig begleiten, dafür fuhr der des Volleyballs mächtige Andreas „Schmied“ Ruggaber mit hin. Der Verhinderte Teamchef wurde lediglich per SMS über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten. Aus diesem Grund soll hier auch nur noch einmal das Endergebnis erscheinen: Wir gewannen 3:2 (25:14; 14:25; 22:25; 25:12, 17:15).

Seit diesem Punktspiel hatten wir eine ganze Menge Zeit um uns auf unseren nächsten Gegner, die SG Mauersberg, vorzubereiten. Wir erlebten die erzgebirgischen Damen das erste Mal bei einem Turnier in Reichenbach i.V., bei dem uns ein Aufeinandertreffen leider nicht vergönnt war. Aber beobachten konnten wir sie dort: Es zeigte sich, dass auch sie das 1895 von William G. Morgan in Holyoke (Massachusetts) erfundene Ballspiel zeit- und ligagemäß beherrschen.
Die nächsten Wochen wurden mit personellen Um- und Neubesetzungen verbracht. So hatten wir schon vorm ersten Punktspiel unserer jahrelangen Trainingsteilnehmerin Claudia Greiser vom VC Altenburg einen Spielerpass sowie das farblich hervorgehobene Libera-Trikot verpasst. Auch eine gewisse Heike Müller brachte’s endlich (nach über einem Jahr des Anfragens) angedreht. Nachdem sie in der Saison 03-04 bei der zweiten Mannschaft des CPSV in der Sachsenliga während der Punktspiele so verantwortungsvolle Aufgaben wie Netz aufbauen, Bälle aufpumpen und Linienrichter sein zu erfüllen hatte, wollte sie dann doch auch wieder mal selber spielen, um wieder ein bisschen mehr Spaß an der Sache zu finden. Na gut, kein Problem, dazu konnten wir ihr auch noch eine passende Position anbieten. Derart gestärkt wurde noch ein wahres Test(!)spiel gegen den VC Altenburg bestritten, und dann ging es auch schon ab ins Gebirge.
Nicht so fern ab wie Cämmerswalde oder Nassau, statt dessen übersichtlich bis Marienberg und dann noch ein mittelgroßes Stück nach links: Gespielt wurde in Zöblitz. Als wir nach kurzer Fahrt dort waren und die Halle sahen, kamen doch wieder Erinnerungen an Cämmerswalde hoch: Warum gibt es hier im „Geberch“ solche neuen, tollen Hallen (die hatte diesmal ja sogar einen rutschfesten Boden!), und nicht bei uns in Chemnitz? Warum denkt man jedes Mal, wenn man unsere Halle betritt, an Pioniertreffen, Karl-Marx-Stadt, „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“ und vermisst die Bilder des Staatsratsvorsitzdenden an der Wand? Und warum hatte die Halle in Zöblitz kein flaches Dach? Gut... darauf war die Antwort leicht: In so einer Halle sehen Schwibbbögen im Fenster einfach besser aus.
Im ersten Satz konnten wir die Gastgeber mit relativ preiswerten Aufschlägen aus der Ruhe bringen, gekoppelt mit einigen Blockerfolgen endete das so beim 25:19. Ab Beginn des zweiten Satzes wurden die gegnerische Annahme sowie die Aufschläge ständig besser, bei uns hingegen musste Zuspielerin Mela ständig gut zu Fuß sein. Ende Satz 2: 22:25. Im dritten Satz machten sich die Gegner einen Spaß daraus, unseren schönen Doppel- oder Dreierblock in der Mitte einfach auszulegen. Nun, das machten sie keine 25 mal mit uns, aber insgesamt wurden wir so schon mehr als ausreichend gedemütigt, bevor Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Außerdem schien es der gegnerischen Nummer 3 (?) wohl auf einmal zu gefallen, „von der Position II schöne Liniendinger kurz hinter die Angriffslinie zu ziehen“. Wie man halt so sagt. Zu Beginn dieses Satzes bekam Claudi das Zuspielrecht anerkannt, sie hatte in diesem Satz auch ausreichend Zeit, sich da reinzufinden: Wir verloren 31:33.
Satz 4 sollte gewonnen werden. Eigentlich ging das auch gut los, aber beim Stand von 7:7 (oder so) bekamen wir plötzlich einen Rotationsfehler vorgeworfen. Nanu? Strafpunkt kassiert, weiter geht’s. Nur kurze Zeit später erneuter Fehler. Was war geschehen? Der Chemnitzer Trainer, manche mögen ihn als „die Nuss“, „altes Gerät“ bzw. „Sprungschwein“ bezeichnen, war wohl in der Pause zwischen dritten und viertem Satz irgendwie kurz durch den Wind. Im Zuge dieser flüchtigen geistigen Umnachtung wurde der Aufstellungszettel, wie er spätestens ab dieser Liga Pflicht ist, falsch ausgefüllt. ...hmmm... so ganz falsch auch nicht, aber immerhin eine Position wurde mit der falschen Nummer versehen. Nun kann man sagen: „Dieser Chemnitzer Trainer ist ein ganz schlauer Fuchs. Er wollte doch nur die Aufmerksamkeit der Schiedsrichter testen.“ Das wären dann zwei Fehler in zwei Sätzen. 1. Der Chemnitzer Trainer hat nichts mit einem Fuchs gemein. 2. Die Schiris haben’s (am Anfang) nicht gemerkt. So konnte sich dieser Fehler unbemerkt potenzieren, die Folge: Strafpunkte, Wartezeiten, Positionsprüfung, Umstellung, Kapitän – hierhin und zurück, Hilfszuspiel. Positiver Effekt: Die Mädels von Tex Chemnitz fühlten sich irgendwie missverstanden und konnten ihre natürliche adrenalingestützte Aggressivität entwickeln. 25:19. Der letzte Satz war eigentlich deutlicher als das Endergebnis von 15:12 erscheinen lässt: Mauersberg weilte irgendwie schon eher auf dem sagenumwobenen „hinabsteigenden Ast“.
Und was nun? Wir sind als letzte ungeschlagene Mannschaft auf Platz zwei der Tabelle. Mauersberg war ein guter Test für das Team dieser Saison. Team schon allein deshalb, weil durch sehr häufiges Wechseln wirklich ein Großteil der Spielerinnen am Endergebnis mitwirken darf. Aber es gibt auch noch viele Sachen, die weiter optimiert werden müssen. Wir sind in punkto Effektivität noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Mal schauen.

marc
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. November 2007 um 15:13 Uhr
 
 
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