06.11.2004 - Damen I - Adelsberg II
Geschrieben von: Marc Stoll   
Samstag, den 06. November 2004 um 01:00 Uhr
 
 
 
 
 
 
 

Fünfsatzspiele kann man gewinnen, aber auch verlieren...

So ist’s! Das Spiel vom 06.11. gegen SG Adelsberg II beweist wieder einmal, das auch andere Mannschaften ein Fünf-Satz-Spiel gewinnen können.
Im ersten Satz lagen wir gleich zu Beginn mit 1:4 hinten. Dieser Rückstand wurde noch vergrößert, so dass die Gastgeber den Satz mit 25:18 gewinnen konnten. Im zweiten Satz führten wir fast die ganze Zeit über mit 2-3 Punkten, hinten raus wurde es aber enger und wir drohten die Führung beim 21:22 sogar endgültig zu verlieren. Nach einer kurzen Auszeit wurde sich doch wieder aufs Siegen abgestimmt und damit hieß es dann 25:23 für uns. 1:1, alles im grünen Bereich.
Im dritten Satz mussten wir die Adelsberger wohl auf dem falschen Fuß erwischt haben, teilweise konnten wir uns riesige Vorsprünge herausarbeiten (11:4; 15;5...). Kein Wunder, dass die Gegner diesen Satz schon frühzeitig abschrieben. Sie wechselten ihre Spielerin mit dem Trikot Nr. 11 ein, die im zweiten Satz umgeknickt war, aber mittlerweile schon wieder genesen erschien, um sich so für den drohenden vierten Satz vorzubereiten. Bevor es aber soweit war, konnten die „Hausherren“ (empfohlen vom Thesaurus als Synonym für „Gastgeber“) noch auf 19:25 verkürzen.
Nun hätten wir es eigentlich in der Hand haben müssen. 2:1-Führung, gutes Mannschaftsklima. Aber nichts war. Irgendwie war die Luft raus. Die Adelsberger gingen mit dem vierten Satz gleich in Führung, wir rannten diesem sich vergrößerten Rückstand den ganzen Satz über hinterher. Am Ende: 19:25. Einzelne Gründe dafür kann man hier nicht nennen; es passte einfach vom Gesamten her nicht. Trotzdem hatten wir uns am Satzende einen leichten Aufwärtstrend erspielt, und fünfte Sätze sind sowieso unsere Stärke! Dachten wir. Seitenwechsel war beim 7:8, bis dahin war es ein ständiger Schlagabtausch. Doch dann fielen wir durch unglückliche Umstände (verrissene Annahme, Linienschlag knapp aus, übergegriffen wird abgepfiffen, obwohl die gegnerische Mittelblockerin mit der 70er-Jahre-Frisur – bis dahin auch schon häufig Bälle auf unserer Netzhälfte weggeschnappt hat) 7:11 zurück, und ein Aufholen dieses Vorsprungs war nicht mehr möglich. So ging der 5. Satz mit 12:15 an die SG Adelsberg II. Der 1. Schiedsrichter und Trainer der Leipziger Gäste, die nach uns zum Zuge kommen sollten, drückte unserm Käpt’n gegenüber seine Verwunderung aus: „Ich dachte, ihr hättet die im Griff...“ Dachten wir auch. Und er wusste noch nichts von seinem Glück.
Womit wir beim Punkt wären: Die Spielweise der Adelsberger. Große Waffe: Lange, schnelle Flatteraufschläge. Im Feld unkonventionell und technisch z.T. sehr „altbacken“ (eigentlich unsere Aufgabe). So werden Bälle meist mit dem Handballen geschlagen, Bälle sehr eng am Körper mit viel Spin angenommen und eher auf Kraft als auf Technik gesetzt. Alles in allem sieht es auf den ersten oder zweiten Blick sicher für die meisten irgendwie merkwürdig aus, die Spielweise ist aber ein Muster an Effizienz. Diese Mannschaft will Bälle im Angriff gar nicht tot machen; ihnen macht die Abwehr scheinbar mehr Spaß. Und es ist auch nie eine Spielerin weit weg, wenn ein Ball sich dem Boden in ihrem Feld nähert. Ein Schritt, und sie ist da. Sie stehen fast immer richtig! (Üblicher Feldabwehralgorithmus: „Hmm.... da kommt ein Ball übers Netz. Ich könnte ihn ja haben. Es wäre meiner! Er wird gleich den Boden berühren. Ob man es erwartet, dass ich den Ball annehme? Wir können eigentlich schon noch ein bisschen weiterspielen... naja... ich werde ihn mal für alle Fälle meine Hand drunter schieben.“ Perfekte Annahme zum Zuspieler.)
Was noch auffällig ist: Lange Trikots, als Hosen Caprileggins: War sicher irgendwann mal modern. Sieht auch auf den ersten Blick nicht wie Volleyball aus, aber eine gute Idee, da ’s in der Halle doch recht kühl war und es auch sonst dort eher frostig zu sein scheint. Außerdem liegt der Altersschnitt der Adelsberger ca. 15 Jahre über unserem eigenen. Man kann es ihnen also nicht verdenken, die Sportkleidung nach anderen Aspekten auszusuchen. War nur auffällig, weil ich das die letzten vier Jahre bei noch keiner Damenmannschaft so erleben durfte.
In unserem Fall war es jetzt die dritte gegnerische Mannschaft in Folge, gegen die wir über fünf Sätze gehen durften. Auch hier hat wieder keiner den anderen klar beherrscht. Minimale Einzelleistungen können hier den Ausschlag in Richtung Sieg oder Niederlage geben. Daher sollte man das 2:3 nicht überbewerten (Nach dem Motto: Wenn wir die letzten zwei Punkte machen, war alles richtig.). Im fünften Satz gehört immer ein Quäntchen (seit neuestem übrigens mit „ä“ statt „e“) Glück mit dazu, weshalb man sich lieber freuen sollte, dass wir bei den ersten beiden Spielen dieses Jahres eben dieses Glück hatten. Und nun schauen wir auch besser gleich auf den 27.11., wo wir von unserem Lieblingsgegner besucht werden...

Relativiert es übrigens unsere Leistung, dass der von seinem Trainer Jürgen Kibbat zum Staffeltag erklärte „Mitfavorit um den Aufstieg“ Lok NO Leipzig im 2. Spiel des Tages 0:3 unterging? Das werden wir wohl erst am Saisonende sehen, wenn die finale Abrechung gemacht wird.

marc

 
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. November 2007 um 15:20 Uhr
 
 
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